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  • Bild 1 von 1  - Ein Abstrich wird genommen.
  • Bild 1 von 1  - Der Parasit Costia.
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  • Bild 1 von 1  - Der Parasit Gyrodactylus in großem Vorkommen.
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    Grüne Schuppen – was tun?

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    Im winterlich kalten Teich entstehen gelegentlich von uns unbemerkt grüne Schuppen auf einzelnen Koi.

    Im winterlich kalten Teich entstehen gelegentlich von uns unbemerkt (weil unter der Teichabdeckung) grüne Schuppen auf einzelnen Koi. Später im Frühling, wenn die Koi und ihre Besitzer wieder aktiver werden, fallen diese Veränderungen auf und verunsichern den Koifreund: Ist hier Handlungsbedarf entstanden, oder geht das von alleine wieder weg? Was verursacht die Farbveränderung?

     

    Die Ursache für die Verfärbung sind Algen, die sich auf den Schuppen festsetzen und dort wachsen. Dies kann allerdings nur dann gelingen, wenn die schützende Schleimhaut krank ist oder vollkommen fehlt. Die Algen sind also - genau wie auch Verpilzungen - Sekundärinfektionen der Haut oder der Schuppen. Die Schädigung zu ermitteln ist also entscheidend für die wirksame Bekämpfung der Krankheitsursache. Diese sind wie fast immer vielfältig:

     

    - starke Kälteeinwirkung kann die Schleimhäute thermisch schädigen, die oberen Hautschichten sterben ab, z.B., wenn sich Eis bildet und manche Koi noch unter der Wasseroberfläche stehen.

     

    - Parasiten sind eine häufige Ursache. Sie leben von den oberen Schleimhautschichten und können sich bei Wassertemperaturen unter 10°C auf geschwächten Koi sehr schnell vermehren. Die gefährlichsten Parasiten im kalten Teich sind Hautsaugwürmer (Gyrodactylus) und Costia (Einzellige winzig kleine Schwächeparasiten).

     

    - Dies im Gegensatz zu den meisten Bakterien, bis auf sehr wenige Arten sind sie im kalten Teich genau wie die Koi nicht sehr aktiv.

     

    - Schleimhautschäden sind jedoch auch bei chronischem Sauerstoffmangel oder hohen Ammoniak/Nitritwerten und auch bei niedrigen pH-Werten zu erwarten, weil mangelhafte Wasserqualität die Atmung behindert und so indirekt auch die Versorgung der außen liegenden Schleimhäute verschlechtert.

     

    - Die Schleimhaut des Rückens leidet in manchen Koiteichen unter den Abdeckungen, die direkt auf dem Wasser aufliegen, wie z.B. Styordur, wenn die Koi sehr aktiv sind oder sich daran scheuern. 

     

    - Algen wachsen zwar in fast allen Teichen, wenn auch Licht vorhanden ist, aber die Teichhygiene im Winter kommt in vielen Teichen praktisch zum Erliegen. Durch die Ausscheidungen der Koi bei geringen oder nicht vorhandenen Wasserwechseln, durch Futter (wenn die Koi noch sehr aktiv sind) und auch durch das Aussetzen jeglicher Filterhygiene reichern sich in vielen Teichen die Nährstoffe an. Abdeckfolien mit Luftkammern aber auch Doppelstegplatten lassen die richtigen Wellenlängen des Tageslichtes in den Teich, die auch die Algen für ihr Wachstum benötigen. Viele Algen bedeuten daher auch einen hohen Infektionsdruck auf beschädigte Schleimhäute.

     

    - Gelegentlich sind auch fischende Koifeinde für derartige Schäden am Rücken oder der Seite verantwortlich.

     

     

    Angesichts derart vieler Ursachen ist es wohl schnell zu verstehen, dass eine Verbesserung der Situation nur dann gelingt, wenn man die Ursachen ermittelt. Daher: Wasserqualität messen – nicht mit Teststreifen, sondern Tropftests. Abstriche machen und im Mikroskop ansehen (lassen), geübte Untersucher finden auch Costia, wenn sie in großer Zahl vorhanden sind. Und Wassertemperaturen überwachen – im ungeheizten Teich entstehen bei starker Kälte durchaus auch Wassertemperaturen unter 4°C, was auf die Dauer zu kalt ist. Und wenn viel Schlamm oder anderes organisches Material im Filter angereichert wurde, dann muss natürlich auch hier für bessere Sauberkeit gesorgt werden. Kleine Teilwasserwechsel alle 2-3 Wochen helfen, eine optimale Wasserqualität und das Wohlbefinden der Koi aufrechtzuerhalten – dies ist in Teichen mit hohem Fischbesatz die Lebensversicherung für die Fische.

     

    Lokale Hilfe für die kranken Schuppen kann eine Wundversorgung bringen: Der befallene Koi wird gefangen, betäubt und ein Schleimhautabstrich im Bereich der kranken Stellen genommen. Die veränderten Schuppen können meist leicht und ohne Kraftaufwand mit einer Hakenpinzette herausgezogen werden. Propolisspray oder ein anderes Desinfektionsmittel zur Wundbehandlung wird aufgetragen und der Koi zurück in den Teich gebracht und während der Aufwachphase überwacht.

    Achtung: Diese Behandlungen sollte man nicht während der Winterruhe durchführen! Lassen Sie Ihre Koi bei Wassertemperaturen unter 12°C möglichst in Ruhe und fangen Sie sie nur dann, wenn sie sehr krank sind und es keine andere Alternative gibt. Grüne Schuppen sind nichts Akutes und können auch im März oder April gezogen werden.

     

    Die Wahrscheinlichkeit, dass man in den Abstrichen Gyrodactylus findet ist umso höher, je länger der Teich im Temperaturbereich von 8 bis 12°C lief. In diesem Bereich sind die lebendgebärenden Würmer bereits vollständig aktiv bei ihrer Vermehrung – Koi aber haben bei diesen Wassertemperaturen ein sehr langsam arbeitendes Immunsystem. Wenn man an die Temperaturen in diesem Winter denkt, kann man vermuten, dass sich bald schon viele Gyrodactylusprobleme ergeben werden. Wurmbehandlungen mit den gängigen Praziquantel- oder Flubendazol- oder Triclamazolhaltigen Präparaten sollte man jedoch erst dann durchführen, wenn mindestens 12°C Wassertemperatur erreicht sind – denn im kälteren Teich sind sie praktisch wirkungslos und unter bestimmten, nicht vorhersehbaren Umständen auch toxisch, also gefährlich für die Fische. Eine wirksame medizinische Hilfe für die Koi ist folglich, und nicht nur bei Gyrodactylusproblemen, lediglich mit einer gut arbeitenden Teichheizung möglich, dies kann ich gar nicht oft genug betonen.

     

    Zusammenfassend kann man sagen: Die Entstehung grüner Schuppen ist ein Zeichen dafür, dass es im Teich über den Winter nicht optimal gelaufen ist. Sie sind aber kein Anzeichen für akuten Handlungsbedarf und es bedarf neben der lokalen Behandlung einer gründlichen Ursachenanalyse, um für den nächsten sicher kommenden Winter Schäden an den Koi zu verhüten. Klar, die Schuppen, die man entfernt, wachsen nach, aber schöner sind die Koi, die gar nicht erst solche Probleme bekommen.

     

    Ihre

    Sandra Lechleiter

    Hier noch ein Hinweis in eigener Sache: Am 21.01.12 und 28.01.12 finden in meiner Praxis wieder ganztägige Seminare zum Thema "Koigesundheit und Erkennen und Behandeln von Koikrankheiten mit Übungen am Mikroskop" statt. Die Teilnehmerzahl ist pro Samstag auf insgesamt 5 Personen begrenzt. So kann ich sicherstellen, dass alle Teilnehmer ausreichend Zeit haben, all ihre Fragen zu stellen und Sicherheit am Mikroskop zu bekommen. Wenn Sie Interesse haben, dann melden Sie sich doch unter meiner emailadresse sandra-lechleiter@fischcare.de bei mir, dann sende ich Ihnen gerne Unterlagen zu.

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