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    Laichzeit Teil 2

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    Müssen Koi denn unbedingt ablaichen? Wie schütze ich meinen Koi gegen Laichverhärtung?

    Die eindeutige Antwort auf die erste Frage geben uns die Koizüchter in Japan: Besonders wertvolle Showtiere – in der Regel sind das Weibchen – sehen so lange sie auf Ausstellungen gehen keinen Milchner (männlicher Koi) und laichen somit auf keinen Fall ab. Das ist unerwünscht aus verschiedenen Gründen: Erstens wegen der Verletzungsgefahr beim Ablaichen, denn die ungestüme Art der Fortpflanzung führt gelegentlich zu schlimmen Verletzungen: Vom blauen Fleck und Schuppenverlusten bis hin zu eingerissenen Flossen oder tiefen Wunden. Zweitens kann man beobachten, dass der Verlust der schönen roten Farbe besonders häufig nach dem Ablaichen stattfindet. Und drittens, weil die Belastung für Kiemen, Herz-/Kreislaufsystem empfindliche Koi plötzlich dahinraffen kann, gerade an schwülen und extrem heißen Tagen. Nach nunmehr über zwanzig Jahren Koierfahrung neige ich dazu zu sagen, dass viel mehr Koi Gesundheitsprobleme durch oder nach dem Ablaichen entwickeln als Probleme durch das „Nichtablaichen“ entstehen.

     

    Die schlimmsten Probleme entstehen nach dem Ablaichen: Die Wasserqualität geht in die Knie, hohe Ammoniakwerte entstehen, die gerade Biofilter, die am Rande ihrer Kapazität arbeiten, über Nacht „abschießen“ können. Hohe Ammoniakwerte bedeuten automatisch, dass die Koi ihren eigenen Ammoniak nicht mehr über die Kiemen loswerden. Da sie nach dem Ablaichen sofort anfangen, so viele Eier wie nur möglich wieder aufzufressen, steigt natürlich auch die Ammoniakausscheidung schnell an. Der Stau, der entsteht, wenn die Ausscheidung nicht oder nur unzureichend funktioniert, führt zu Kiemenschwellung, -entzündung und schlimmstenfalls auch zur Kiemennekrose. Laichstress, Ammoniakstress und viel Eiweiß sind Faktoren, die schon für sich schwere Erkrankungen nach sich ziehen können, sie sind auch der Wegbereiter für in Carrierfischen schlummernde Koiherpesviren. Nicht selten kommt nach dem Ablaichen auch noch KHV als dickes Ende. Daher rate ich unbedingt: Nach dem Ablaichen sofort aufhören zu füttern, mindestens 1 Woche! Eier sind am besten aus dem Teich zu entfernen, wenn man Laichbürsten verwendet. Weil sie klebrig sind, kann man sie nur schwer abpumpen oder abfiltern. Und: Alle 1-2 Tage mindestens 10-20% Teilwasserwechsel durchführen, je nach Situation der Wasserqualität. Ein Ammoniak- und pH-Test hilft sehr, diese zu kontrollieren. Gute Teichbelüftung hilft den Koi und dem Filter schnell wieder auf die Beine zu kommen.

     

    Nun zu den Problemen durch das „Nichtablaichen“: Die von allen so gefürchtete Laichverhärtung. Leider schreiben die Autoren der wichtigen Bücher über Fischkrankheiten meist nur, dass durch „Laichverhaltung“ oder „-verhärtung“ schwerwiegende Gesundheitsprobleme entstehen können. Wie oder warum – meist hüllt sich die Literatur hier in Schweigen. Immerhin findet sich in der Schäperclaus Ausgabe 1954 bereits ein Kapitel, das sich damit befasst, dass das Unterbleiben des Ablaichens keineswegs zu der gefürchteten Laichverhaltung führen muss. Schäperclaus führt als Ursachen an: Eierstocksdegeneration (also eine Stoffwechselerkrankung) oder Eierstocksverfettung (also meist wohl eher eine Folge von Fehlernährung). Er sieht die Hauptursache in einer umweltbedingten und/oder haltungsbedingten Störung am Eierstock. Ganz sicher also sind die Bilder von abgestorbenen Eiern in prall gefüllten Eierstöcken noch nicht zwingend eine Laichverhärtung. Das echte Krankheitsbild steht in engem Zusammenhang mit einer geweblichen Veränderung der Eizellen im Sinne einer Degeneration oder einer Verfettung, deren Diagnose beide einige Untersuchungserfahrung und gute Untersuchungstechniken erfordern.

    Fazit: Wenn ein weiblicher Koi im Sommer stirbt, der nicht abgelaicht hat, dann hat sie immer massenweise Eier im Eierstock, bis zu 1 Million pro Kilo Fisch! Wenn ein Laie dann also den Koi aufschneidet, wird er immer diese Massen von Eiern sehen, was jedoch NICHTS mit der Todesursache zu tun haben muss.

     

    Aus den wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnissen kann man für die Koihaltung folgende Ratschläge zusammenfassen:

     

    1. Koi sollten je älter sie werden, umso weniger Fett- und Eiweiß in der Ernährung vorfinden. Optimale Sauerstoffwerte und gutes Wasser sind die Voraussetzung, um vollständige Futterverdauung und gesunde Organe zu erhalten. Weniger (kalorienreiches) Futter ist für gesunde erwachsene Koi eindeutig besser.
    2. Am einfachsten haben es die Koibesitzer, die sich von vornherein für reinweibliche oder reinmännliche Bestände entscheiden, hier spielt das Ablaichen keine Rolle, die Weibchen können den Laich in Ruhe über den Sommer resorbieren.
    3. Temperaturschwankungen im Sommer sind eindeutig an plötzlichen Todesfällen bei den resorbierenden Koiweibchen beteiligt. Was der Stoffwechsel bei 22°C ohne Probleme zu leisten vermag, ist bei 18°C, wenn die Temperatur über Nacht absinkt, häufig schon ein Problem. Daher sollte man auch über den Sommer unbedingt dafür sorgen, dass schnelle und starke Temperaturschwankungen unterbleiben.

     

     

    Und nun hoffe ich, dass alle Ihre Koiweibchen und –männchen gesund über die Laichzeit und den restlichen Sommer kommen! Eine schöne Ferienzeit wünscht

     

    Sandra Lechleiter

     

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