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    Überwintern – aber wie? 2. Teil

    4Kommentare

    Lesen Sie in Teil 2 des Überwinterungsartikel über weitere Irrtümer bezüglich Koi im Winter.

    Nun zu den weiteren Fragen!

     

    Vorurteil 6: Im Winter soll man den Teich ganz in Ruhe lassen und auf keinen Fall Wasser wechseln oder etwas am Filter machen.

     

    Es kommt natürlich auf den Winter und den Temperaturverlauf an und auch auf den Fischbesatz. Goldfische zum Beispiel oder auch kleine Koi kann man auf diese Weise noch ganz gut durch den Winter bringen – aber nicht ältere Koidamen und große Fische, die naturgemäß mehr Sauerstoff benötigen und mehr Ammoniak ausscheiden. Und es ist auch wichtig, ob man sich für die Strategie „Filter aus“ oder „Filter laufen lassen“ entschieden hat. Wenn der Filter läuft, dann werden die Koi in den meisten Teichen auch herumschwimmen und dabei Energie verlieren. Sie sollten daher nach spätestens vier Wochen Null-Diät wieder leicht gefüttert werden, abhängig ist diese Entscheidung besonders von der Wassertemperatur. Unter 4°C fressen Koi meist nicht mehr. Diejenigen, die Futter suchen, sollten jedoch bei höheren Temperaturen gefüttert werden. Dabei entsteht Kot – Ammoniak wird auch im Winter in kleineren Mengen von jedem Koi abgegeben, der lebt. Und diese Schadstoffe – in fester Form als Kot oder in gelöster Form als Ammoniak – müssen aus dem System entfernt werden, durch Teilwasserwechsel oder Filterreinigung, je nach dem. Denn die Filterbakterien sind bei niedrigen Wassertemperaturen nicht besonders aktiv und hungrig. Füttern bedeutet also zwangsläufig auch Pflegen! Da unser Leitungswasser je nach Region zwischen 8 und 14°C warm ist, kann man mit dem Wasserwechsel nicht schaden, denn er wird nur dann fällig, wenn die Koi ohnehin aktiv herumschwimmen. Sitzen sie nebeneinander am Boden und „schlafen“, wird ja auch nicht gefüttert und man belässt sie in der Winterruhe.

     

    Klar ist, dass auch ohne Wasserwechsel und Filterpflege die meisten Koi überleben. Wenn ich mir dann aber im Frühling das Wasser in diesen Teichen ansehe, dann tun mir die Koi darin leid! Trübe, organisch stark belastete Brühe ohne Glanz – wen wundert es, wenn dann sofort die Parasiten und Algen losschlagen? Mit hygienischen Verhältnissen hat das nichts zu tun. Ihre Koi danken die Pflege auch im Winter mit guter Hautqualität und höherer Belastbarkeit des Immunsystems.

     

    Vorurteil 7: Ältere Koi können den Winter besser überleben als junge.

     

    Das ist nun wirklich nicht wahr. Sicher, große Koi haben mehr Energiereserven, aber auch schon mehr Temperaturstress mitgemacht und durch die Laichbildung ab Januar haben besonders die laichreifen Weibchen einen erhöhten Energiebedarf. So viele Jahre hindurch immer im Sommer „Mast“ und im Winter „Hungern“, das Immunsystem rauf und runter gefahren auf praktisch Null, das bleibt nicht ohne Folgen für den Organismus. Nach meinen Beobachtungen sind es selten die kleinen Koi, die den Winter schlecht überstehen, sondern es sind meist die größeren und schnell wachsenden weiblichen Koi von Problemen im kalten Teich betroffen. Das Energiemangelsyndrom betrifft kleine Koi meist dann, wenn der Winter extrem lang ist und extrem schwankende Wassertemperaturen den Energiehaushalt stark belasten oder wenn sie im Sommer nicht genug Futter aufnehmen konnten.  

     

     

    Vorurteil 8: Für Trommel- oder Papierfilter braucht man keine Einhausung, wenn es zu kalt wird, kann man sie einfach ausschalten.

     

    Ein Argument, das ich immer wieder an neu errichteten Anlagen höre. Wie schon unter Punkt 6 und 7 erläutert, hängt es stark vom Fischbesatz und –alter ab, ob man dieses Risiko eingehen will, oder nicht. In den ersten Jahren bei wenig Koibesatz mag es noch angehen, aber spätestens, wenn große und/oder hochpreisige Koi oder Koi als Familienmitglieder im Teich leben, dann ist es für die Koi deutlich gesünder, wenn sie bei stabilen Temperaturen und (gedrosselt) laufendem Filter überwintert werden. Das bedeutet dann bei den herrschenden Energiekosten und wegen der größeren Effizienz automatisch: Filter einpacken, besser noch einhausen (die Pumpen wärmen!), Luftpumpen ebenfalls, Teich abdecken. Alle Koifreunde, die noch in der Teichplanung sind, sollten daher auch den Teich im Erdreich in den bodennahen Schichten gut abisolieren und das Filterhäuschen gleich in die Planung mit einbeziehen, solange noch Platz dafür da ist. Ich kenne viele Teiche, die so im Winter kaum Stromkosten verursachen, um 4°C oder auch mehr zu halten.

     

    Vorurteil 9: Ein guter Eisfreihalter funktioniert so, dass er das wärmere Wasser aus der Tiefe nach oben pumpt und so die Wasseroberfläche eisfrei hält.

     

    Das meint jedenfalls der eine oder andere Hersteller, der diese Produkte bewirbt. Für Goldfische ist Einfrieren für einige Tage kein Problem, sie haben einen natürlichen Frostschutz. Koi jedoch nicht und wenn man schon auf die 4°C warme Wasserschicht unten am Teichboden spekuliert, sollte man diese tunlichst in Ruhe lassen (siehe auch Punkt 1 und 4). Eisfreihalter dieses Typs haben schon viele Koi das Leben gekostet – übrigens auch Goldfische! Eine Belüftung in der flachen Zone des Teiches am Rand reicht in aller Regel vollkommen aus, um eine eisfreie Stelle zu erhalten.

     

    Vorurteil 10: Koi brauchen unbedingt Licht, daher ist es schlecht, den Teich abzudunkeln.

     

    Koi benötigen Licht, um bestimmte Farbpigmente auszubilden. Sie sind aber keine Pflanzen und daher nicht zwingend auf Licht zum Überleben angewiesen. Ganz im Gegenteil: Ihr Instinkt sagt ihnen, dass sie im Winter, wenn sie wehrlos ihren Feinden ausgeliefert sind, sich besser ins Dunkle verziehen. Wer eine Brücke oder eine überbaute Stelle am Teich hat, wird es bestätigen: Wo es dunkel und nach oben geschützt ist, dort überwintern die Koi – mangels Schlamm, wie im Naturteich.

    Daher: Die Farbe der Koi kann uns im Winter egal sein, mehr Ruhe bedeutet weniger Stress und weniger Energiebedarf. Und zudem weniger Algenwachstum. Was DER entscheidende Vorteil von dunklen Teichen ist: Wer hat nicht schon entsetzt auf seine Fadenalgenbänder nach dem Winter gestarrt? Die Nährstoffe, die durch die Ausscheidungen der Koi ins Wasser gelangen (vor allem, wenn kein Wasser gewechselt wird…) plus das Tageslicht ergeben (Faden-)algen, besonders an den stark strömenden Stellen im Teich. Was also könnte einfacher gegen die Algenexplosion wirken als eine Abdunkelung? Und damit auch die Farben und die Laichbildung nicht ganz zu kurz kommen (Kompromisse erleichtern das Leben!), kann man ja 1/3 oder ¼ des Teiches ohne dunkle Teichfolie oder schwarze Bälle lassen, damit etwas Licht in den Teich fällt. Übrigens bedeuten Algen im Winter gerade auch in den zugefrorenen Teichen, dass die Sauerstoffmengen bei Nacht extrem in den Keller gehen, bis dahin, dass die Koi aufstehen und nach oben kommen. Es kommen noch Gasdruckunterschiede und pH-Schwankungen hinzu, daher ist es nicht zuletzt für die Gesundheit der Koi von Bedeutung, zu große Algenexplosionen zu vermeiden.

     

    Und beim nächsten Mal kommt das EMS, das Energiemangelsyndrom zur Sprache!

     

    Viele Grüße!

     

    Sandra Lechleiter

     

     

     

     

    4 Kommentare zu dieser News

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    • Re: Überwintern – aber wie? 2. Teil

      hallo Alfred,

      je geringer der Abstand ist desto weniger Luft muss erwärmt werden. Aber ein Luftpolster muss sein.

    • Styrodur Abdeckung

      Sehr geehrte Frau Dr.Lechleitner
      Wie gross sollte der Idealabstand der Styrodurplatten von der Wasseroberfläche sein?

    • Re: Überwintern – aber wie? 2. Teil

      Klasse . Danke, für das Thema Vorurteile.
      Wenn man es liest denkt man alles richtig gemacht zu haben. Aber hier und da, was mach ich bloß ??

    • überwinterung

      also solche artikel finde ich sehr hilfreich bitte weitermachen

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