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  • Bild 1 von 1  - Gyrodactylus ist immer wieder an den Hautrötungen an der Rückenseite der Koi beteiligt.
  • Bild 1 von 1  - Knallrote Verfärbung der weißen Haut, entzündete Schuppen, veralgte Schuppen, aber nur bis zur Seitenlinie.
  • Bild 1 von 1  - Noch einmal aus der Nähe: Dies kann "Sonnenbrand" sein, Gyrodactylusbefall, Costiabefall aber auch durch bestimmte Inhaltsstoffe im Koifutter entstehen.
  • Bild 1 von 1  - Ein total verfettetes Koiweibchen, das die diesjährigen Eier nicht resorbieren konnte und infolge einer Stoffwechselentgleisung gestorben ist.
  • Bild 1 von 1  - Gyrodactylus ist immer wieder an den Hautrötungen an der Rückenseite der Koi beteiligt.
  • Bild 1 von 1  - Knallrote Verfärbung der weißen Haut, entzündete Schuppen, veralgte Schuppen, aber nur bis zur Seitenlinie.
  • Bild 1 von 1  - Noch einmal aus der Nähe: Dies kann "Sonnenbrand" sein, Gyrodactylusbefall, Costiabefall aber auch durch bestimmte Inhaltsstoffe im Koifutter entstehen.
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    "Sonnenbrand" und fettes Koifutter

    4Kommentare

    Futter kann zuviel sein, zu fett oder eiweißreich und auch schädliche Komponenten aus Seetieren enthalten.

    In so manchem Teich tauchen ab Mai einzelne Koi auf, deren weiße Haut starke Rötungen bis zur Seitenlinie aufweisen. Häufig sind auch Schuppen rauh oder veralgt, die Schleimhaut ist stark entzündet. Unterhalb der Seitenlinie ist die Beschuppung völlig in Ordnung. Betroffen sind meist Kohaku, Sanke, Showa und Shiro Utsuri, und seltsamerweise meist auch nicht alle Koi dieser Varietäten im Teich. Und: Die Veränderung der weißen Haut hört in der Regel  an der rot oder schwarz pigmentierten Haut schlagartig auf. "Sonnenbrand" ist eine häufige Verdachtsdiagnose. Kein Wunder, denn nach dem lichtarmen Winter (womöglich unter der dunklen Abdeckung) kann man sich vorstellen, dass die weiße Haut Probleme mit starker Sonneneinstrahlung hat.

    Genau wie bei uns Menschen auch, klingt ein echter Sonnenbrand bei Koi jedoch nach einigen Tagen wieder ab. Merkwürdig ist ebenso, dass selbst in sorgfältig abgeschatteten Teichen diese Symptome entstehen können, obwohl gar keine direkte Einstrahlung vorhanden ist. Je länger der Sommer andauert, um so schlimmer werden die Hautentzündungen, und Algen beginnen auf den schleimhautfreien Schuppen zu wachsen.

    Auf der Suche nach dem Grund für diese Veränderungen findet man manchmal Parasiten, häufig ist Gyrodactylus beteiligt. Doch trotz erfolgreicher Wurmkur und versuchsweise angewandter Antibiotikabehandlung gibt es immer wieder Koi, bei denen keinerlei Besserung zu erzielen ist. Salzbäder und Wundbehandlungen scheinen das Problem zu lindern, aber erst ein Blick auf die Futtertüte enthüllt, was bei allen diesen "nicht therapierbaren" Sonnenbränden gemeinsam ist: Stark aufgefettetes Futter mit hohen Anteilen von Seetierölen, "Naturnahrung" wie Rote Mückenlarven, Krill, Seidenraupenpuppen oder auch Garnelen.

    Nun sagt die Wissenschaft, dass ein Koi keine Allergien haben kann, es fehlen ihnen die "schuldigen" Immunglobuline. Dennoch ist in der Human- und Tiermedizin bekannt, dass die Eiweiße von niederen Seetieren wie Schnecken, Garnelen, Shrimps und besonders von Roten Mückenlarven ein hohes Allergiepotential besitzen. Warum nicht auch - wenn auch mit anderem Wirkmechanismus - bei Koi? Bei anderen Fischarten ist jedenfalls durchaus bekannt, dass Hautprobleme mit diesen Futterkomponenten in Zusammenhang stehen. Seetieröle, die nicht ausschließlich aus Fischen bestehen, könnten bei der Auslösung dieser Erkrankung eine Rolle spielen.

    Nach meinen Beobachtungen klingen die Symptome mit Weizenkeimfutter und Vitamingaben relativ schnell ab - relativ bedeutet, dass man nach dem Winter kaum noch veralgte Schuppen findet und eine Vernarbung des Gewebes einsetzt.

     

    Überhaupt sehe ich im Laufe des Sommers immer wieder Probleme mit stark aufgefettetem Futter: Fettgehalte über 6% erhöhen den Kaloriengehalt einer Fütterung stark, was dazu führt, dass die hungrigen Fische im Sommer damit praktisch gemästet werden. Denn welcher Besitzer kann sich daran halten, bettelnde Koi nur noch mit der halben Ration zu füttern? Und dann will man ja den Fischen vor dem Herbst und Winter nur Gutes tun - und tut das Falsche! Verfettung der inneren Organe, besonders der Leber, ist immer wieder DIE Ursache für Probleme der großen Koiweibchen beim Auflösen des Laiches. Der Stoffwechsel ist nicht in der Lage, mit dem großen eigenen Eiweiß - und Fettmengen aus dem Laich klar zu kommen, und schon eine kurze Temperaturabsenkung um 3-4 °C kann den Tod bringen. Schuld daran ist nicht, dass der Koi nicht ablaichen konnte, sondern dass er jahrelang zu stark gemästet wurde - oder die Sauerstoffbedingungen im Teich im Sommer schlecht sind. 

    Im Moment scheint es mal wieder in Mode zu sein, gerade Mastfutter mit Eißweißgehalten von weit über 42% Rohprotein und deutlich über 10% Rohfettgehalt zu füttern - ich möchte vor diesen Futtermitteln ausdrücklich warnen. Sie gehören nicht in Hobbyteiche mit Koi, die viele Jahrzehnte leben sollen, sondern sie sind gemacht für die Fischzucht und ein profitables Verhältnis von Futtermitteleinsatz und Wachstum. Wenn es also gute Gründe für Profifutter gibt: Nach meinen Beobachtungen sind und waren Koi, die mit hochwertigem Koifutter bis 42% Rohprotein und 6% Rohfettgehalt im Sommer gefüttert wurden, die gesünderen. Und so manch ein erfahrener Koifreund schwört gar auf Weizenkeimfutter und gezielten Gaben von Lebertran und Vitaminen.... 

    4 Kommentare zu dieser News

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    • Sonnenbrand

      Das Problem ist doch nicht das Futter , das Problem ist die Hand, in dem sich das Futter befindet. 80 % der Koibesitzer füttern falsch, das stand aber schon längst in einem der drei Bände vom Kammerer. Nicht der Mac macht dick sondern die Hand die ihn unbablässig reinstopft. Im übrigen sind die Werte der Naturnahrung ( Daphnien etc) wesentlich höher, wie die der meisten Futterarten. Und warum niedrige Fettanteile propagiert werden - trotzdem - hat wohl eher Gründe in der teueren Konservierung und eingeschränkten Lagerfähigkeit.
      Gruß W

    • Koifutter

      Ein gutes, hochwertiges Weizenkeimfutter besteht nicht aus rein vegetarischen Komponenten, sondern es enthält auch Fischmehl - je mehr, desto teurer ist es. In Sachen Empfehlung kann man schlicht sagen: Wählen Sie ein FRISCHES Futter, also bei einem Händler, bei dem etwas durchläuft und der deshalb keine Ladenhüter im Lager hat. Und ob es dann 4% Rohfett oder 6% Rohfett oder auch 8% Rohfett sind, ist nicht so gewichtig - mehr Fett heißt eben auch mehr Kalorien, so wie bei Knäckebrot, fettreduzierter Margarine auf dem Brot oder Butterbrot. Wichtig war mir bei diesem Beitrag, dass die Koi nicht den ganzen Sommer mit Fettanteilen über 10% gefüttert werden, da sehe ich die eigentlichen Probleme.

    • Guter Artikel

      Es ist schön das hier Artikel über Probleme von einer Fachfrau geschrieben werden.
      Es wird auf Probleme hingewiesen welche auftreten können, auf die Ursachen und auch noch über die mögliche behebung dieser Probleme.
      Das mit dem Futter und dem Protein/Fettverhältnis ist für mich einleuchtend und nachzuvollziehen.
      Die These von Schreckenbach (2/1) ist wohl nur für die Speisekarfpen gedacht.
      Ich jedenfalls kann sagen das bei mir seit ich (und das ist keine Schleichwerbung)Konishi Futter verwende keine Probleme mehr aufgetreten sind.
      Gerade beim Futter wird meiner Meinung nach am falschen Ende gespart.
      Lieber ein paar Fische weniger aber dafür gesunde und vor allem gesund ernährte.

      Gruß aus Franken

    • Koifutter

      Ich finde, das ist ein sehr nachdenkenswerter Artikel.

      Haben Sie eine Empfehlung für ein geeignetes Weizenkeimfutter?

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