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  • Bild 1 von 1  - Eine flächige Koipocke an der Seite.
  • Bild 1 von 1  - Das war einst eine Koipocke. Sie ist jedoch zu einem dauerhaft vorhandenen Hauttumor umgewandelt worden.
  • Bild 1 von 1  - Besonders flache Teiche und solche mit großflächiger Uferzone neigen dazu, im Herbst und an kühlen Sommertagen schnell die Temperaturen zu verlieren. Die Wassertemperaturen können über Nacht 3-4 °C oder mehr fallen.
  • Bild 1 von 1  - Großflächige Pockenwucherungen an der Seite des Körpers und - hier nicht sichtbar - auch massenweise an den Flossen.
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  • Bild 1 von 1  - Das war einst eine Koipocke. Sie ist jedoch zu einem dauerhaft vorhandenen Hauttumor umgewandelt worden.
  • Bild 1 von 1  - Besonders flache Teiche und solche mit großflächiger Uferzone neigen dazu, im Herbst und an kühlen Sommertagen schnell die Temperaturen zu verlieren. Die Wassertemperaturen können über Nacht 3-4 °C oder mehr fallen.
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    Karpfenpocken, das Krankheitsbild der Saison

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    Schon kleine Temperaturabsenkungen bringen bei manchen Koi weiße, hervorstehende Flecken zu Tage. Oft werden sie für Pilzerkrankungen gehalten und es wird erst mal (sinnloserweise) mit FMG behandelt....

    Schon im Sommer, als wir alle auf Freibadtemperaturen warteten kamen die ersten Bilder und Anfragen per email: Was sind denn das plötzlich für Hautveränderungen? Ansteckend? Wie kann ich sie behandeln?

     

    Und nun im Oktober sind sie natürlich in praktisch allen Koiteichen bei einzelnen Koi zu beobachten: Weiße bis rosafarbene, "wachstropfenartige" Beläge, die man zwar mit dem Fingernagel wegschieben kann, die jedoch an anderen Stellen wiederkommen. Man kann sie an Flossen, Maul und der gesamten Körperoberfläche finden. Sie sind manchmal rund oder oval und sehen tatsächlich wie aufgetropftes Wachs aus, aber es gibt auch flächige Veränderungen mit unscharfem Rand oder leicht höckriger Oberfläche.

    Besonders anfällig sind alle Koivarietäten, die schnell wachsen wie Karasugoi, Chagoi oder Ochiba Shigure, und natürlich auch alle, die ein etwas anfälligeres Immunsystem haben wie Kohaku, Sanke oder (manche) Shiro Utsuri.

     

    Die Ursache für die Hautveränderungen sind Herpesviren, genau gesagt das CHV-1, die ähnlich wie unsere Lippenherpesviren dann eine Chance auf Vermehrung in der Haut finden, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Bei Koi ist dies praktisch immer der Fall, wenn die Wassertemperaturen schnell über Nacht um 2-4 °C absinken oder das Futter zu alt ist und keine ausreichende Vitaminversorgung mehr leisten kann oder wenn Koi in schlechter Wasserqualität sehr dicht gehalten werden. In diesen Situationen vermehrt sich das Virus in den Hautzellen und wandelt sie um in weiße Wucherungen, die Koipocken. Gerade in flachen Teichen und/oder bei nachts laufenden Wasserläufen oder Quellsteinen verlieren die Teiche schnell an günstigen Temperaturen, weshalb man unbedingt den Herbstbetrieb des Teiches auf kalte Nächte und Frost einstellen muss. Vitaminreiches Futter in nicht zu großer Menge ist ebenfalls wichtig für die Koi, um im ungeheizten Teich fit und gesund zu bleiben.

     

    Normalerweise verschwinden Koipocken spätestens im Sommer bei Wassertemperaturen über 22°C wieder, es kommt jedoch vor, dass an bestimmten Stellen sich die Veränderungen verwandeln, etwas zerklüfteter und schwammiger aussehen und eben nicht mehr verschwinden. Dann sind die vom Virus verwandelten Zellen zu Tumorzellen der Hautgewebe geworden und heilen nicht mehr spontan mit der Hautregeneration ab.

    Solche Veränderungen der Haut kann man natürlich wegschneiden oder mittels unterschiedlicher chirurgischer Eingriffe loswerden, genau wie unsere Warzen. Dennoch sollte man damit rechnen, dass sie dazu neigen, wiederzukommen (zu rezidivieren).

     

    Salzbäder und Wärme sind sicher die besten Bedingungen für Koi, wenn sie Koipocken wieder loswerden sollen. Es muss jedoch Wärme für viele Wochen und Monate sein, daher sind Koipocken auch in beheizten Teichen weniger verbreitet, vorausgesetzt, die Heizung ist auch im Sommer bei Temperaturstürzen angeschaltet. Zudem gibt es jede Menge an Immunstimulantien und Vitaminzusätzen, die das Immunsystem anregen und stärken sollen, wie Echinacea, Vitamin C und Betaglucane oder Milchsäurebakterien.

     

    Zuletzt die gute Nachricht: Zwar sind Koipocken ein Anzeichen für eine Schwächung des Immunsystems, sie bringen die befallenen Koi jedoch nicht um. Man geht davon aus, dass alle Koi das Pockenherpesvirus im Körper mit sich herumtragen, es bricht aber eben nicht bei allen Koi aus. Bei uns gibt es auch Ehepaare, von denen ein Partner an Lippenherpes leidet und der andere nicht, obwohl beim Menschen die Durchseuchung mit dem Virus (dem herpes labilialis, nicht dem CHV1!) gleichfalls hundertprozentig ist. Doch bitte Vorsicht: Das CHV-1, also Koipockenherpesvirus, ist nicht das Koiherpesvirus (CHV-3), hier ist der Durchseuchungsgrad glücklicherweise keinesweg 100%!

     

    Fazit ist: Man kann die Pockenprobleme in aller Ruhe aussitzen und auf den nächsten Sommer warten. Gutes Futter, gutes Wasser und stabile Wassertemperaturen (also ohne extreme Tag-/Nachtschwankungen) sind hilfreich, wenn es darum geht, das Immunsystem der Koi möglichst lange Zeit stabil zu halten.

    Ihre

    Sandra Lechleiter 

     

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