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    Koi Herpes Virus - KHV - die biologische Uhr tickt in den Carriern!

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    Leider ist das Koi Herpes Virus noch immer nicht besiegt. Doch Kiemennekrosen können auch durch andere Ursachen entstehen.

    Man hört in jedem Jahr neue "Meinungen" und Gerüchte über das Koi Herpes Virus (KHV), auch nach mehr als 10 Jahren Erfahrung mit dieser schlimmen Infektionskrankheit. In diesem Jahr waren in meinem Wirkungsgebiet die KHV-Ausbrüche meist nicht durch den Handel mit infizierten Koi aus anderen Ländern verursacht, ein Zeichen, dass sich die Koihändler hier im Süden Deutschlands sehr gut auf die gesetzliche Situation eingestellt haben und ihrer Sorgfaltspflicht wirklich nachkommen. Allen voran die Konishi Koifarm, die seit vielen Jahren viel Geld und Arbeit in ihre schönen KHV-getesteten Koi investiert - aber auch die vielen anderen japanischen Koizüchter und seit einigen Jahren bereits zwei Bioscurity Indoor-Koifarmen aus Israel, die sogar eine EU-Zulassung als KHV-freie Betriebe haben. Dies zeigt, dass trotz aller Unkenrufe das KHV wohl doch nicht überall ist und dass man mit KHV freien Koi immer noch Geld im Koihandel verdienen kann - hoffentlich viel mehr als mit verseuchten/durchseuchten/geimpften Koi.

    Nein, die meisten KHV-Probleme bei meinen Patientenbesitzern waren diesem Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auf uralte Carrierfische zurückzuführen, die überwiegend aus den Jahren 1997 bis 1999 stammten, also noch vor der Identifikation des Erregers der Erkrankung gekauft wurden. Der Grund hierfür liegt einerseits am Wetter - ein Sommer mit Tagen über 35°C Lufttemperatur und kurze Zeit später Temperaturstürzen auf 16°C verursacht puren Temperaturstress. Natürlich war dies ebenso Stress für die Filteranlagen, die bei etlichen Teichen nicht vollständig ins Laufen kamen, weshalb eine Ammoniak-Nitritproblematik im Hintergrund den gesamten Sommer hindurch vorhanden war. Und interessanter Weise waren "neue Koi" in vielen Teichen gar kein Thema, der Rekord lag bei einem Koiteich, in den seit 10 Jahren keine neuen Koi eingesetzt worden waren - und doch kam es zu einem KHV-Ausbruch, nachdem die Fische umgesetzt werden mussten.

    Aus meiner Sicht kam bei diesen KHV-Erkrankungen ein weiterer wichtiger Faktor hinzu: Nach sechs bis acht Jahren Ruhezustand beginnt das Immunsystem der Koi, das versteckt im Körper lebende Virus zu vergessen, besonders, wenn keine neuen Koi mehr in den Bestand hinzukommen (jeder Teich ist einmal voll...) und das Teichmilieu nach anfänglichen Startschwierigkeiten stabil gut ist. In diesen Teichen haben die Besitzer gelernt, wie man Koi gesund füttert, den Filter und das Wasser pflegt und die Überwinterung koigerecht plant und durchführt. Um so schlimmer ist die Erkenntnis, dass das KHV in Carriern auch und  gerade in gut geführten Teichen wie eine Zeitbombe auf seine Chance warten kann. Und diese Chance auf Vermehrung nutzt das Virus zwischen 18°C und 25°C Wassertemperatur nach dem Ablaichen, bei schlechten Wasserwerten (Filterstillstand, Teichneubau...) und oder nach einem stressigen Fang- und Umsetzmanöver. Auch KPM-Behandlungen (KPM ist Kaliumpermanganat) sind immer wieder ein massiver Stress, der den Anfang der Virusvermehrung darstellt. 

    Doch nicht jede Erkrankung, die mit Kiemennekrosen einhergeht, ist auch auf das KHV zurückzuführen! Erstaunt hat mich die Aussage eines großen Händlers, dass bei 100 % der Koi mit Kiemennekrosen auch KHV nachweisbar ist - nicht in meiner Praxis. Wollte er damit sagen, dass man auf keinen Fall untersuchen soll? Oder dass die Untersuchungen eh immer KHV-positiv sind - ich hoffe, nicht in seiner Anlage!

    Etwa 1/3 der Kiemennekrosen, die im Sommer bei den Ausbruchstemperaturen der KHV-Erkrankung gefunden werden, sind KHV negativ. Auf der Suche nach den Ursachen ist immer wieder Ammoniak ein wichtiger Faktor, also neue Filteranlagen oder enge Hälterbecken, die mit Koi total überlastet sind. Jeder Teich, jeder Filter wird mal zu klein, wenn sich die Koi wachsen, vermehren oder immer wieder neue gekauft werden. Transportschäden durch Ammoniak entstehen schnell gerade im Sommer bei hohen Temperaturen, denn je höher die Wassertemperatur, desto höher der Anteil an Ammoniak am Gesamtammonium. Starke Fütterung mit eiweißreichem Futter (über 45% Rohprotein, Seidenraupen, Muscheln, Shrimps) bei hohen Wassertemperaturen über 25°C und hohen pH-Werten (über 9) bei Algenblüte sind ebenso wichtige Auslöser so mancher Kiemennekrose.

    Und dann gibt es auch noch "böse" Bakterien: Flavobacterium columnare gehört dazu. Früher hieß es Myxobacterium columnare. Von einer Kiemennekrose durch KHV kann man diese bakterielle Kiemenerkrankung nur durch Untersuchungen (z.B. durch PCR-Technik) unterscheiden. Allerdings gibt es Unterschiede im Verlauf der Erkrankung: An der bakteriell bedingten Kiemennekrose sterben meist nur einzelne Koi, sehr selten entsteht eine Bestandserkrankung. Sie ist jedoch heilbar, wenn man sie rechtzeitig erkennt und richtig behandelt. Dazu gehören die guten alten Salzbäder und geeignete Antibiotika mit schneller Anflutung in den Kiemengeweben. Auch Teichbehandlungen mit Salz oder Desinfektionsmitteln helfen bei der Behandlung, KPM Bäder sind jedoch wegen ihrer Kiemenschädlichkeit eher kontraproduktiv.

    Mein Rat an die Koifreunde ist der: Wenn sich bei hohen Wassertemperaturen ein Koi absondert, der vorher sehr gut gefressen hat, dann kann man einen oder zwei Tage abwarten, manchmal ist es wirklich bloß so, dass sich der Fisch überfressen hat. Wenn jedoch einer oder mehrere Koi mit nach unten hängendem Kopf im Wasser treiben oder deutliche Atemprobleme zu erkennen sind (z.B. am Einlauf stehen oder schnelle Bewegung der Kiemendeckel), dann sollte man nicht lange zögern und kompetente Hilfe holen. Oft kann man so großen Schaden verhindern - glücklicherweise sind ja viele Krankheiten im Anfangstadium heilbar.

     

     

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