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    Wundbehandlung von Koi

    2Kommentare

    Wundbehandlungen und Betäubung von Koi

    Im Sommer passieren häufig viele Dinge auf einmal: Die Koi laichen ab und verletzen sich, der Mensch baut neue Teiche und kauft neue Filteranlagen, füttert gerne und viel - gerade auch in den langen Abendstunden - und die Algen wachsen im ganzen Teich wie verrückt. Was auch immer dann die Ursache sein mag: "Löcher" oder Geschwüre lassen nicht lange auf sich warten.

    Wundbehandlungen sind immer wieder eine neue Herausforderung für den Koihalter: Auch nach Jahren Freude an gesunden Koi kann es mal schiefgehen und eine Wundbehandlung wird nötig. Hier beschreibe ich, wie man sie durchführt und was dazu benötigt wird.

    Im Handel finden sich verschiedene Produkte, die ein Betäubungsmittel für Fische, ein Wunddesinfektionsmittel, eine Heilsalbe oder Tinktur und einen Wundverschluss beinhalten. Der Vorteil bei der Anschaffung dieser Erste Hilfe Sets ist, dass man auf einander abgestimmte Produkte hat und eine hoffentlich verständliche Beschreibung wie sie anzuwenden sind.

    Diese Basiskomponenten sollten ergänzt werden durch geeignete Kescher und Umsetzkescher, zwei ausreichend große Wannen, eine davon belüftet und zum Aufwachen gedacht, sowie einen stabilen Tisch, den man mit einem feuchten Handtuch bedeckt. Hier wird der kranke Koi nach der Betäubung behandelt. Eine Hakenpinzette oder eine Arterienklemme zum Herausziehen abgestorbener oder infizierter Schuppen, ein sauberer Seitenschneider zum Abzwicken von entzündeten Flossenstrahlen, ausreichende Mengen an Q-Tips oder Wattetupfern und Papierhandtücher für die Hände ergänzen die Vorbereitungen. Dazu ein Messgefäß oder eine Waage zum Bestimmen der benötigten (Mindest-)Menge an Betäubungsmittel und einen 10 Liter Eimer, um in die andere Wanne eine bekannte Menge Teichwasser einzufüllen. Jeder, der es beherrscht, wird auch Objektträger, Deckgläser und ein Mikroskop zur Hand haben. Dann kann man am betäubten Koi zusätzlich zur Wundversorgung Haut- und Kiemenabstriche machen und nach den Ursachen der Infektionen fahnden. Falls man sie vorrätig hat, sind auch Abstrichbestecke zur bakteriologischen Untersuchung mit einem Transportmedium nützlich, sodass man zeitnah die Erstellung eines Antibiogrammes durchführen kann, falls eine antibiotische Behandlung erforderlich wird. Handelt es sich um viele kranke Koi - also ein Bestandsproblem - sollte man dies unbedingt tun! Bitte erkundigen Sie sich vorher beim Fachtierarzt oder Labor, wie man die Probenahme gestaltet und den Tupfer versendet.

    Nun wird der kranke Koi vorsichtig und in aller Ruhe aus dem Teich gekeschert und mit dem Umsetzschlauch (auch als Schlauchkescher bekannt) sanft in die vorbereitete Wanne mit dem Teichwasser und der zugehörigen Menge Betäubungsmittel gesetzt. Man wartet, bis der Koi zur Seite kippt und der Augendrehreflex erlischt. Die Atmung, erkennbar an den sich bewegenden Kiemendeckeln, sollte nicht ausgeschaltet werden. Dann ist das Aufwachen nach der Narkose kein großes Problem. Tut sich nach einigen Minuten nichts, oder macht der Koi noch starke Abwehrbewegungen, wenn man ihn hochhebt, kann man in kleinen Mengen Betäubungsmittel nachdosieren, bis die gewünschte Betäubungstiefe erreicht ist. Es ist kein Fehler, wenn man sich hierfür zunächst erfahrene Koihalter oder einen Tierarzt holt, um die erforderliche Sicherheit und Sachkunde beim Betäuben von Koi zu erlangen.

    Sind die Abwehrbewegungen erloschen, wird der Koi auf den Tisch gelegt, seine Augen werden mit einem feuchten Handtuch abgedeckt. Sicherheitshalber ist es nützlich, eine große 10 ml Spritze mit Betäubungsmittel aus der Wanne bereitzulegen, das man dem Fisch dann in die Kiemenhöhle hineinspritzt, wenn er beim Behandeln aufwachen sollte. Hierzu sind natürlich keine Injektionsnadeln erforderlich! Man säubert die Wunde von toten Schuppen und abgestorbener Haut, zwickt infizierte Flossenstrahlen ab und desinfiziert die Wundflächen großzügig mit Wattetupfern, die im Desinfektionsmittel getränkt wurden.

    Dann wird eine Salbe oder Tinktur aufgetragen, die die Wunde sauber halten soll und die Heilung beschleunigen wird. Darüber kommt ein Wundverschluss, entweder ein Puder oder ein Spray, das die Wunde verschließt und eindringendes Wasser abhalten soll.

    Achtung: Diese Grundversorgung macht man nur einmal am Anfang der Behandlung! Danach nur alle 2-3 Tage Salbe oder Spray auftragen, kein Desinfektionsmittel mehr verwenden!

    Der behandelte Koi wird in die Wanne mit Teichwasser und Belüftung gelegt - das Wasser sollte durch die Maulhöhle in Richtung Kiemen strömen, den Koi bitte nicht wie verrückt vor und zurückschieben! Eine stetige Strömung von sauerstoffreichem Wasser durch die Maulhöhle, zusammen mit sanftem Druck im Maul in Richtung Unterkiefer helfen der Atmung auf die Sprünge. Nach wenigen Minuten sollte der Koi sich von seinem Schlaf und der Behandlung erholt haben. Wenn der Fang und die Betäubung sachgerecht ausgeführt wurden, könnten die behandelten Koi nach kurzer Zeit wieder fressen und damit zeigen , dass sie den Stress sehr schnell abgebaut haben. Dennoch sollte man mit der Fütterung am Tag der Behandlung und Betäubung noch 2-3 Stunden warten, um größere Belastungen des Kreislaufsystems und der Kiemen der Fische zu vermeiden.

    Abschlussbemerkungen:

    Wenn sich bei Wassertemperaturen über 20°C nach 5-6 Tagen keine Wundheilung zeigt, die Wunde schlimmer wird, oder der Koi aufhört zu fressen, muss ein Tierarzt den Koi behandeln, denn dann ist es nicht damit getan, nur Wundbehandlungen zu machen. Bei kühleren Wassertemperaturen heilen die Wunden sehr viel langsamer! Sie sollten unbedingt noch vor dem Herbst vollständig abgeheilt sein. Notfalls muss der kranke Koi in ein geheiztes Quarantänebecken gebracht werden.

    Bei hohen Außentemperaturen, heraufziehenden Gewittern oder extremer Schwüle sollte man keine Koi fangen und betäuben. Wie auch wir neigen manche Koi dazu, bei Belastungen zu kollabieren.

    2 Kommentare zu dieser News

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    • Wundbehandlung

      Hallo Frau Lechleiter
      Mit begeisterung lese ich ihre Beiträge.Ein Thema das mich besonders interessiert, ist krankmachende Keime für Koi. Ich denke an Aeromonaden / Pseudomonaden. Wie hoch sind tolerierbare Werte (KBE) und ab welcher Keimbelastung wird es für die Fische kritisch. Wenn sie einen Beitrag zu diesem Thema verfassen könnten hätte ich grosse Freude.

    • fisch care

      also ich finde diese beiträge einfach nur toll bitte lange nicht aufhören damit.

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